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HP Manuela Klumpp, B.A. M.Sc. D.O.(A)

Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode. Das Prinzip den Menschen als Ganzes zu betrachten, findet Eingang in die Untersuchung und in die Behandlung. Symptome zeigen sich nicht immer dort, wo die Ursache des Problems zu finden ist. Daher ist eine osteopathische Untersuchung sehr umfassend, sie beinhaltet die Beurteilung der Funktion des Bewegungsapparates, des Nervensystems und der inneren Organe. In der Betrachtung der aktuellen Beschwerden spielen auch vorangegangene Verletzungen, Operationen und Traumen eine Rolle, da sie das aktuelle Geschehen beeinflussen können.
Der Begriff Osteopathie hat nichts mit Osteoporose zu tun, sondern stammt von den beiden griechischen Wörtern „Osteon“ (Knochen) und „Pathos“ (Krankheit). Die Wortfindung geht auf den amerikanischen Arzt A.T. Still zurück, der die Osteopathie Ende des 19. Jahrhunderts ins Leben rief und das erste osteopathische College gründete. Er stellte die Osteopathie neben die Allopathie (Schulmedizin) und Homöopathie. Zur damaligen Zeit entwickelte sich die Schulmedizin zwar sprunghaft weiter, entfernte sich aber durch reine Symptombehandlung und Spezialisierung immer weiter von einer ganzheitlichen Betrachtungsweise.
Still erkannte Zusammenhänge zwischen Erkrankungen des Bewegungsapparates und anderer Funktionssysteme des Körpers. Diese wechselseitige Beeinflussung spiegelt sich häufig in Veränderungen im System der Muskulatur und der Gelenke wieder. Über den Bewegungsapparat und die Faszien besteht ein Zugang zu vielen Körpersystemen.

Schon für A.T. Still stand die profunde Kenntnis der Anatomie und das Verständnis der physiologischen Vorgänge im Mittelpunkt. Diese bildet noch heute die Basis der Osteopathie. Seit den Anfängen hat sich die Osteopathie stets weiterentwickelt, neue Erkenntnisse aus der Forschung wurden aufgegriffen und auch das Behandlungsspektrum hat sich stetig erweitert.
Eine osteopathische Behandlung kann bei vielen Erkrankungen eine Ergänzung zur schulmedizinischen Therapie darstellen. Die Anwendungsgebiete sind sehr vielfältig, fragen Sie individuell an. Grundlage einer jeden Behandlung ist ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung.
Die Behandlung wird individuell auf die momentane Situation und die Beschwerden des Patienten abgestimmt und es wird versucht, durch verschiedene Behandlungstechniken auf Muskulatur, Gelenke, Faszien, und das vegetative Nervensystem einzuwirken und Spannungen im Körper zu regulieren.
Vorbereitung auf den ersten Termin:
Bitte bringen Sie zu Ihrem ersten Termin alle vorhandenen Vorbefunde, Röntgenbilder, MRT-Bilder, etc. mit. Bei einer umfangreichen Vorgeschichte, möchten wir Sie bitten, die Unterlagen vorab einzureichen, damit sie in Ruhe gesichtet werden können.
Der erste Termin dauert mit Anamnese und Untersuchung in der Regel zwischen 45 min. und 1,5 Stunden.
Wann ist Osteopathie nicht geeignet?
Jede Behandlungsform hat ihre Gegenanzeigen, daher wird im Aufnahmegespräch und bei der Untersuchung nach bestimmten Alarmzeichen gesucht. Treten diese auf, so kann die osteopathische Behandlung nicht durchgeführt werden, und es erfolgt eine Überweisung zur Abklärung Ihrer Beschwerden an einen Facharzt oder eine Fachärztin.
Welche Kosten kommen auf Sie zu?
Private Krankenkassen oder Zusatzversicherungen für Heilpraktikerleistungen erstatten, je nach gewähltem Tarif, die Kosten im Rahmen der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH).
Eine osteopathische Behandlung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse und keine Leistung im Delegationsverfahren. D.h. sie darf nur von Heilpraktikern und Ärzten mit zusätzlicher osteopathischer Qualifikation ausgeübt werden, durch die genaue Untersuchung und Differentialdiagnostik wird die Indikation zur osteopathischen Behandlung gestellt.
Einige gesetzliche Krankenversicherungen erstatten im Rahmen freiwilliger Satzungsleistungen ebenfalls anteilmäßig die Kosten einer osteopathischen Behandlung, jedoch nicht mehr als 80% der Kosten und nicht mehr als 40- 60€ / Behandlung. Die Anzahl der Behandlungen, zu denen ein Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse gewährt wird, ist ebenfalls limitiert. In diesem Fall benötigen Sie je nach Kasse ein Privatrezept, bzw. eine Unbedenklichkeitsbescheinigung von ärztlicher Seite zur Kostenerstattung. Voraussetzung für die Erstattung ist, dass der/die Osteopath/in über eine abgeschlossene Ausbildung verfügt und Mitglied in einem Berufsverband der Osteopathen ist. Diese Anforderungen werden von der Praxisinhaberin erfüllt, während des Studiums am AVT College wurden dabei insgesamt 1800 Pflichtstunden absolviert, darüber hinaus wurde ein aufbauendes Masterstudium erfolgreich abgeschlossen. Die Krankenkassen beziehen sich für ihre Erstattungsmodalitäten auf eine Weiterbildungsordnung, die auch Ausbildungen mit einer kürzeren Dauer akzeptiert.Zu den genauen Modalitäten der Krankenkassen informieren Sie sich bitte direkt bei Ihrem Versicherer oder verschaffen Sie sich einen Überblick unter Osteokompass www.osteokompass.de
Osteopathie in Deutschland und Europa
Die Ausbildung zum Osteopathen erfolgt berufsbegleitend für Ärzte und Physiotherapeuten an akkreditierten Fortbildungsinstituten oder im Rahmen von berufsbegleitenden oder grundständigen Bachelor- und Masterstudiengänge.
Der Lehrplan deckt dabei internationale Anforderungen ab und beinhaltet neben osteopathischen Behandlungstechniken, Krankheitslehre der medizinischen Subdisziplinen, Physiologie, Anatomie und Supervisionen.
Noch ist der Osteopath als eigenständiges Berufsbild hier in Deutschland nicht anerkannt. Die Osteopathie darf als Form der Heilkunde nur von Ärzten und Heilpraktikern ausgeübt werden, weshalb Osteopathen mit physiotherapeutischem Background im Laufe ihrer Ausbildung diese Qualifikation erwerben, um die Osteopathie im Primärkontakt anwenden zu dürfen.
Forschung in der Osteopathie
Die Osteopathie ist bemüht durch wissenschaftliche Studien ihre Wirksamkeit nachzuweisen. Ergebnisse der Grundlagenforschung und auch zahlreiche Publikationen zu verschiedenen Erkrankungen finden sich v.a. in der amerikanischen und englischen Literatur. Durch die zunehmende Akademisierung in Deutschland nimmt auch hier die Zahl qualitativer Publikationen zu.